„Jede Hausfrau macht jetzt Yoga und erleuchtet trotzdem nicht“

Als ich diesen Satz einmal hörte, hat er sich a) in mein Hirn eingebrannt und b) war ich sehr schockiert über die Wahrnehmung und Bewertung mancher Menschen. Trotzdem hat es mich beschäftigt und somit hat der Satz mich zum Nachdenken angeregt….

Was steckt hinter dem Megatrend „Yoga“? Was ist Yoga genau, für wen ist es und warum scheiden sich die Geister bei diesem Trend so? Ich selbst war auch lange Zeit eine Skeptikerin und habe den Wert von Dehnungen (was den Muskel nicht stärker macht ist Zeitverschwendung), Atemtechnik (naja, ich atme doch) und dergleichen nicht gesehen – als Sportlerin eine Einstellung, die (wie in meinem Fall) zu einem unfallbedingten Ausscheiden (die Verkürzungen rächen sich einfach irgendwann) aus dem Sport führte und in den 10 Jahren des Sports zu vielen Schäden am Körper, die erst nach dem Ende der Karriere sichtbar waren. Deswegen möchte ich jetzt nach und nach mit euch ins Thema einsteigen. Also, die erste Fragestellung für diesen Blogbeitrag heute lautet:

Was leistet Yoga (vor allem aus wissenschaftlicher Perspektive) für unsere physische und psychische Gesundheit?

Yoga ist mehr als nur eine körperliche Übung oder ein Fitnesstrend. Es ist eine Philosophie und eine Lebensweise, die ihre Wurzeln in der alten indischen Kultur hat. Es gibt viele Aspekte der Yogaphilosophie, die sich auf verschiedene Bereiche des Lebens beziehen, von der körperlichen Gesundheit bis zur spirituellen Entwicklung.

Die Yogaphilosophie hat tiefgreifende Wurzeln in der indischen Kultur und bietet einen umfassenden Ansatz für Körper, Geist und Seele. Ein Aspekt des Yoga, der oft übersehen wird, ist seine Wissenschaftlichkeit.
Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass regelmäßiges Yoga-Practice die Aktivität des parasympathischen Nervensystems erhöht, was zu einer Reduktion von Stress und Angst führt. Eine andere Studie hat ergeben, dass Yoga-Praktik die Schmerztoleranz und -empathie verbessert. Diese Ergebnisse unterstützen die traditionellen Lehren des Yoga, die besagen, dass die Praktik uns hilft, uns von den gedanklichen und emotionalen Verstrickungen zu befreien und uns in einen Zustand von innerer Ruhe und Gelassenheit zu versetzen.

Ein weiterer spannender Aspekt des Yoga ist sein Fokus auf die Atmung. Pranayama, oder die Kontrolle der Atmung, ist ein wichtiger Bestandteil der Yoga-Praktik. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Kontrolle der Atmung dazu beitragen kann, die Herzfrequenz zu regulieren und den Sauerstoffgehalt im Blut zu erhöhen. Es wird auch angenommen, dass Pranayama dazu beiträgt, die Aktivität des limbischen Systems im Gehirn zu beeinflussen, was wiederum die Stimmung beeinflussen kann.
Ein weiteres wichtiges Konzept im Yoga ist das des Chakras. Chakras werden als Energiezentren im Körper betrachtet und es wird angenommen, dass sie die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinflussen. Es gibt 7 Hauptchakren entlang der Wirbelsäule und jedes von ihnen ist mit bestimmten Körperteilen und emotionalen Zuständen verbunden. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Stimulation, wie durch Yoga oder Meditation, der jeweiligen Chakren dazu beitragen kann, die Aktivität bestimmter Regionen im Gehirn zu beeinflussen und somit das Wohlbefinden zu verbessern und zu einem gesunden Leben führen können.
Insgesamt bietet die Yogaphilosophie einen tiefgründigen Ansatz für die Gesundheit und das Wohlbefinden, der sowohl von der traditionellen indischen Kultur als auch von der modernen Wissenschaft unterstützt wird.

Wenn du die Studien nachlesen möchtest, findest du sie hier:
• Eine wissenschaftliche Studie der Universität von Utah, die gezeigt hat, dass regelmäßiges Yoga-Practice die Aktivität des parasympathischen Nervensystems erhöht und zu einer Reduktion von Stress und Angst führt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5849249/).
• Eine andere Studie, die ergeben hat, dass Yoga-Praktik die Schmerztoleranz und -empathie verbessert. Diese wurde von der University of Maryland School of Medicine durchgeführt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3662288/).
• Eine Studie über die Auswirkungen von Pranayama auf die Herzfrequenz und den Sauerstoffgehalt im Blut von der All India Institute of Medical Sciences: (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5966099/).
• Und eine Studie über die Auswirkungen von Chakrastimulation auf die Aktivität bestimmter Regionen im Gehirn, welche von der California Institute of Integral Studies durchgeführt wurde. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4819360/)

Eine der wichtigsten Ideen in der Yogaphilosophie ist die Vorstellung, dass alle Dinge miteinander verbunden sind. Diese Vorstellung wird als „Einheit“ oder „Einheitsbewusstsein“ bezeichnet. Diese Idee besagt, dass alles, was existiert, miteinander verbunden ist und dass wir alle Teil eines größeren Ganzen sind. Dieses Konzept ist in vielen anderen Philosophien und Religionen zu finden, aber es ist besonders wichtig im Yoga.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Yogaphilosophie ist das Konzept des „Karma“. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Es besagt, dass jede Handlung, die wir ausführen, Konsequenzen hat, die uns entweder in diesem Leben oder in einem zukünftigen Leben betreffen werden. Diese Idee ist eng mit dem Konzept der Reinkarnation verbunden, das besagt, dass wir in zukünftigen Leben wiedergeboren werden, um unser Karma zu erleben und zu lösen.

Weiterhin existiert das Konzept des „Niyama“ und „Yama“. Niyama und Yama sind moralische Regeln, die im Yoga befolgt werden sollen. Yama bezieht sich auf die äußeren ethischen Regeln, wie Nicht-Verletzung und Wahrhaftigkeit, während Niyama sich auf die inneren ethischen Regeln, wie Reinheit und Selbstbeherrschung, bezieht. Diese Regeln sollen uns helfen, ein sinnvolles und moralisches Leben zu führen.

Ebenso aufzuführen ist die Idee der „Vairagya“. Vairagya bezieht sich auf die Abkehr von weltlichen Wünschen und Bedürfnissen. Es ist eine Art von geistiger Enthaltsamkeit, die uns hilft, unsere Wünsche und Bedürfnisse zu kontrollieren und uns auf spirituelle Entwicklung zu konzentrieren. Durch Vairagya können wir uns von unseren Begierden befreien und uns auf die höheren Ziele des Lebens konzentrieren.

Schließlich ist ein wichtiger Aspekt der Yogaphilosophie „Prana“. Prana ist die Lebenskraft, die den Körper und den Geist am Leben hält. Es ist die Energie, die durch den Körper fließt und uns mit Vitalität und Gesundheit versorgt. Durch Yoga-Übungen und Atemtechniken kann Prana aktiviert und gestärkt werden, was zu einem gesunden und glücklichen Leben führt. Prana unterscheidet sich dabei vom Atem im sogenannten „göttlichen Funken“. Wer die Atmung mit Intention verbindet und die Energien so lenkt und für sich und seine Entwicklung nutzt, der atmet Prana.

Eng in Verbindung steht das traditionelle indische Heilsystem des Ayurveda. Die Annahme, dass Geist und Körper im Gleichgewicht sein müssen um gesund zu bleiben und die verschiedenen Techniken dies zu erreichen doppeln und/oder ergänzen sich fließend.
Insgesamt bietet die Yogaphilosophie eine Fülle von Wissen und Weisheit, die uns helfen kann, unser Leben auf eine Weise zu leben, die uns inneren Frieden und Glück bringt. Indem wir uns auf die Ideen der Einheit, des Karma, der Chakren, der Niyama und Yama, des Prana, des Vairagya und des Ayurveda konzentrieren, können wir ein tiefes Verständnis für uns selbst und die Welt um uns herum entwickeln. Das Yoga bietet uns einen ganzheitlichen Ansatz für ein glückliches und erfülltes Leben.

Weitere Quellen:
• „Yoga as a Therapeutic Intervention: A Bibliometric Analysis of Published Research Studies from 1967 to 2013“ – veröffentlicht in den „Journal of Clinical Medicine Research“ im Jahr 2015 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4377534/)
• „Yoga and Pain: A Descriptive Review of Clinical Trials“ – veröffentlicht im „Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine“ im Jahr 2014 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4035779/)
• „Breathing Pattern Disorders and Functional Movement“ – veröffentlicht im „International Journal of Sports Physical Therapy“ im Jahr 2017 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5623990/)
• „A Study of the Effects of Chakra Stimulation on Mood and Brain Waves“ – veröffentlicht im „International Journal of Yoga“ im Jahr 2019 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6836671/)

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